Projekt Lassie: Enery übernimmt größtes Portfolio der Slowakei

13. November 2025

Enery hat seine Rolle als Key Player am Erneuerbaren-Markt in CEE neuerlich entscheidend gestärkt. Mit dem Kauf des größten Photovoltaik-Portfolios der Slowakei („Projekt Lassie“) wurden knapp 35 Megawatt an zusätzlicher Leistung für die Energiewende der slowakischen Industrie erworben.

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In den vergangenen Monaten konnte Enery bereits zahlreiche Meilensteine seiner Unternehmensgeschichte präsentieren. Die Eröffnung des Solarparks im steirischen Dobl-Zwaring. Der Abschluss eines hybriden PPA mit Teva Pharmaceutical Industries sowie eines Joint Ventures mit OMV Petrom in Bulgarien. Die Inbetriebnahme des Batteriespeichersystems im estnischen Rummu. 2025 war voller Highlights. Kurz vor Jahresende folgt nun ein weiteres.

Enery kann den Erwerb des aktuell größten operativen Photovoltaik-Portfolios der Slowakei verkünden. Dieses umfasst 32 Photovoltaikanlagen mit insgesamt 34,6 Megawatt (MW) installierter Leistung. Es stand bisher zu 51 Prozent im Besitz von ContourGlobal sowie zu 49 Prozent von Energy Infrastructure Partners. Mit der Übernahme der Anlagen, intern „Projekt Lassie“ genannt, wächst Enerys operatives Portfolio auf 561 MW und die jährliche Grünstromproduktion auf 651 Gigawattstunden (GWh). Damit wird der Kurs als einer der bedeutendsten unabhängigen Erzeuger, Entwickler und Betreiber von erneuerbaren Energielösungen in Zentral- und Osteuropa fortgesetzt.

Diverses Portfolio

Die Anlagen des erworbenen Portfolios sind strategisch über die gesamte Slowakei verteilt. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil hinsichtlich diversifizierter Einstrahlungsbedingungen, Netzanschlüssen und Abnehmern. „Mit dieser Akquisition stärken wir unsere Position am slowakischen Markt mit einem Portfolio, das wir sehr gut kennen und das verlässliche Erträge liefert“, betonen die Enery-Gründer, CEO Richard König und COO Lukas Nemec. „Unser Ziel ist es, die Energiewende in der Slowakei mit erschwinglichen, zuverlässigen und langfristigen grünen Lösungen für Kommunen und Industrie gleichermaßen zu unterstützen.“

Projekt Lassie: PV-Anlage JesenskePV-Anlage Jesenske aus dem Portfolio von „Projekt Lassie“.

Für ContourGlobal ist der Deal ein Teil einer Asset-Rotation. Er folgt diversen Initiativen zur Portfoliooptimierung, die 2024 gestartet wurden, um Kapital für Reinvestitionen in die Entwicklung neuer Onshore-Windparks und hybrider PV- und BESS-Projekte freizusetzen. ContourGlobal entwickelt sich aktuell zu einem überwiegend auf erneuerbare Energien basierenden unabhängigen Stromerzeuger (IPP).

Kontinuierliche Expansion

Die Slowakei ist für Enery freilich kein Neuland. Schon bisher betrieb man hier drei PV-Anlagen mit rund 10 MW. Parallel arbeitet das Unternehmen an einem Entwicklungsportfolio von 0,6 GW. Mit dem aktuellen Zukauf gibt es nun einen deutlich größeren Impact als Key Player im Land. Und eine bessere Ausgangsposition, um neue Projekte bei entsprechenden Rahmenbedingungen oder passenden PPA-Optionen umzusetzen.

Projekt Lassie: PV-Anlage Buzitka3,996 MWp installierte Leistung weist die Anlage in Buzitka auf.

Die übernommenen Anlagen umfassen ausschließlich bereits in Betrieb befindliche Freiflächen-Solarparks. Die vorherigen Betreiber hatten das Portfolio in den vergangenen Jahren aufgebaut und es nun im Paket abgegeben. „Wir sind sehr froh darüber, dass unser Partner Enery es mit demselben Engagement für Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit weiter betreiben und entwickeln wird“, so Carlo Zorzoli, Head of Europe and Africa bei ContourGlobal.

„Verlässlicher Grünstrom“

Jan Horváth, Country Head Slovakia bei Enery, bringt es auf den Punkt. Man wolle „Industrieunternehmen langfristige PPAs anbieten. Und ihnen Zugang zu leistbarer, verlässlicher grüner Energie geben.“ Es freue ihn sehr, dass Enery seine Präsenz in der Slowakei weiter ausbaut, so Horváth. „Mit dieser Portfolioübernahme können wir aktiv zur Dekarbonisierung der slowakischen Industrie beitragen.“ Mehr erneuerbarer Strom, aber planbar und über Jahre kalkulierbar. Diese Nachfrage aus der Industrie ist es, die Enery in mehreren CEE-Märkten beobachtet und die das Unternehmen zuletzt zu großvolumigen Kooperationen wie dem bulgarischen Projekt Gabare geführt hat. Die nun erworbenen slowakischen Anlagen liefern dafür eine zusätzliche Basis.

PV-Anlage KalinovoDie PV-Anlage in Kalinovo mit 1.996 kWp.

Die Slowakei will ihre Industrie international wettbewerbsfähig halten und gleichzeitig ihre Klimaziele erreichen. Hier stellen betriebsbereite PV-Anlagen einen wichtigen Puzzleteil dar. „Die slowakische Industrie braucht neue Solar-, Wind- und Speicherprojekte, um langfristig mit erneuerbarer Energie wettbewerbsfähig zu bleiben“, so König und Nemec.

✅ TEXT: MICHI REICHELT
✅ FOTOS: ENERY