Enery und Teva: "Historisches" PPA in CEE

9. Oktober 2025

Ein hybrides PPA mit einer Laufzeit von 15 Jahren zwischen Enery und Teva Pharmaceutical Industries stellt einen historischen Schritt in Richtung Energiewende dar – ist der Vertrag doch der erste in CEE, der ein Batteriespeichersystem inkludiert.

Enery und Teva:

Enery verzeichnet den nächsten Erfolg am Erneuerbaren-Sektor im CEE-Raum. Mit Teva Pharmaceutical Industries, einem der weltweit führenden Unternehmen in der Herstellung generischer und Spezialpharmazeutika, konnte ein 15-jähriges, sogenanntes hybrides Power Purchase Agreement (PPA) unterzeichnet werden. Ein Vertrag, der in Bulgarien nicht nur Grünstromlieferung vereinbart, sondern auch die Integration von Batteriespeichern (BESS) vorsieht. Sprich: Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit gehen bei diesem Deal Hand in Hand. Das PPA sichert Teva jährlich 60 000 MWh sauberen Strom und stärkt damit die Dekarbonisierungsstrategie seiner bulgarischen Werke.

Starker Partner

Mit einer breiten Produktpalette versorgt Teva Millionen von Patientinnen und Patienten auf der ganzen Welt – doch die Produktion ist energieintensiv. Deshalb verfolgt das Unternehmen ehrgeizige Klimaziele: Die Reduktion der Emissionen aus eigenen Anlagen und dem Energieverbrauch (Scope 1 und 2) um 46,2 % bis 2030 sowie den vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien in Europa bis 2035.

„Wir sind stolz darauf, dass unsere Projekte aus partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Marktführern wie Teva entstehen, die sich in besonderer Weise für Umwelt und Gesellschaft engagieren“, hob Severin Vartigov, Chief Commercial Officer von Enery, die Bedeutung der Partnerschaft hervor. Auch Teva sieht im Projekt eine wichtige Entwicklung: „Diese Vereinbarung ist ein weiterer bedeutender Schritt auf unserem Weg zur Dekarbonisierung – wir sichern uns damit nicht nur saubere Energie, sondern stärken zugleich die Stabilität und Flexibilität des Stromnetzes.“

Für Teva eröffnet dieses PPA-Modell eine konkrete Möglichkeit, den eigenen CO₂-Fußabdruck deutlich zu reduzieren – und zwar über ein Instrument, das über einzelne Standorte hinaus Wirkung entfaltet. Gleichzeitig sichert sich das Unternehmen stabile Konditionen und planbare Energieversorgung über 15 Jahre. Ein weiterer Beleg dafür, wie Industrieunternehmen die Energiewende mit Enerys Unterstützung zunehmend aktiv mitgestalten.

Severin Vartigov, EneryEnery-CCO Severin Vartigov

Knizhovnik-Solarpark mit BESS

Das Herzstück des PPAs ist der Solarpark Knizhovnik nahe Chaskowo im Süden Bulgariens, mit einer Erzeugungskapazität von 122 MWp. Der Park soll rund 200 GWh Strom jährlich produzieren – genug, um nahezu 50.000 Haushalte mit Energie zu versorgen. Ergänzt wird die Solaranlage durch zwei Batteriespeicher: einer mit 70 MWh, der andere mit 130 MWh Kapazität. Damit entsteht ein hybrides System, das flexibel auf Netzanforderungen reagieren kann, Lastspitzen glättet und die Einspeisung stabilisiert.

Für Enery ist es bereits die 15. PPA-Vereinbarung in den vergangenen vier Jahren – ein Beleg für die wachsende Bedeutung stabiler Partnerschaften in der Region und ein weiterer Schritt, um die Energiewende in Zentral- und Osteuropa zu beschleunigen. Hybride PPAs, die Photovoltaik mit Batteriespeichern kombinieren, sind noch selten. Doch genau hierin liegt der Innovationswert dieses Vertrags: Die Einbindung von Speichertechnologie erweitert das klassische Modell der reinen Solarstromlieferung und erhöht die Netzstabilität. Damit entsteht ein neues Level an Flexibilität – sowohl für Betreiber als auch für Abnehmer. Ein 15-jähriger Vertrag mit einem solchen Volumen ist bislang in Bulgarien ungewöhnlich und zeigt, dass Marktteilnehmer zunehmend bereit sind, langfristig auf erneuerbare Energien zu setzen. Solche Vereinbarungen schaffen Planungssicherheit – für Energieerzeuger ebenso wie für Industrieunternehmen, die ihre Emissionen konsequent reduzieren wollen.

Die Realisierung des Projekts stärkt darüber hinaus die regionale Wirtschaft. Vom Bau bis zur Wartung entstehen lokale Arbeitsplätze, gleichzeitig investiert Enery in Infrastruktur, die das Netz robuster macht. Der Deal sendet ein deutliches Signal: Nachhaltige Energieversorgung ist kein abstraktes Zukunftsthema mehr, sondern wird zur greifbaren Realität – dort, wo Unternehmen Verantwortung übernehmen.

✅ TEXT: MICHI REICHELT
✅ FOTOS: Enery