Nach der Photovoltaik-Anlage im estnischen Rummu nahm Enery nun das nächsten Vorzeigeprojekt in Betrieb: Die zusätzliche Installation eines Batteriespeichersystems (BESS) stellt einen bahnbrechenden Schritt für die Energiewende im gesamten baltischen Raum dar.
Im September 2023 setzte Enery einen Meilenstein, als man in Rummu (Landkreis Harju) die erste eigenständige Photovoltaik-Anlage Estlands im Versorgungsmaßstab ans Übertragungsnetz anschloss. Der Solarpark – mit bifazialen, auf Solartrackern montierten Modulen ausgestattet – wurde von Enery selbst entwickelt und errichtet. Er erstreckt sich auf einer Fläche von 35 Hektar und weist eine Leistung von 20 Megawattpeak (MWp) auf.
Und nun setzte Enery den nächsten bahnbrechenden Schritt im baltischen Energiesektor. Am 4. Juni nahm man das Batteriespeichersystem (BESS) der PV-Anlage Rummu in Betrieb genommen – ein hochmoderner Speicher mit 9 Megawatt Leistung sowie einer Kapazität von 18 Megawattstunden. Enery hatte früh den Bedarf an dynamischer Netzunterstützung und Marktoptimierung in Estland erkannt und nach der Inbetriebnahme des Kraftwerks Rummu umgehend mit der Nachrüstung eines parallel installierten Batteriesystems begonnen. Zusammen bilden diese Anlagen nun ein Hybridsystem, das einerseits verlässlich und effizient Grünstrom liefert, andererseits am Markt für Systemdienstleistungen entscheidend mitspielt.
Das BESS Rummu weist 9 MW Leistung auf.
Innovation im Fokus
Was das BESS von konventionellen Speicherprojekten unterscheidet: Es befindet sich vollständig im Besitz von Enery, wird von dem österreichischen Unternehmen betrieben und permanent optimiert.
Eröffnung des BESS Rummu mit Enery-COO Lukas Nemec (2.v.r.),
Margus Potisepp, Head of Enery Estonia (3.v.r.), sowie Raphaela Hein, Enery Power Market Expert (r.)
Als Vorreiter auf dem BESS-Markt konnte Enery zudem auch hinsichtlich der Finanzierung der Rummu-Anlage Pionierarbeit leisten. Erstmals investierte ein estnisches Finanzunternehmen – im konkreten Fall die Swedbank – in ein Batteriespeichersystem. So legte man den Grundstein dafür, derartige Projekte in Estland, und darüber hinaus im gesamten baltischen Raum, als finanzierbare Anlageklasse zu etablieren. Die Verantwortlichen der Swedbank erkannten frühzeitig den strategischen Vorteil, in diesen sich rasant entwickelnden Markt zu investieren; ihre Unterstützung trägt nun maßgeblich zur Stabilisierung des estnischen Stromnetzes durch den Einsatz modernster Lösungen bei.
Entscheidender Wettbewerbsvorteil
„Rummu ist nicht nur eine technische Errungenschaft, sondern ein strategischer Eckpfeiler“, so Margus Potisepp, Head of Enery Estonia. „Es steht für das Zusammenwirken von digitaler Intelligenz, Netzflexibilität und sauberer Energie – maßgeschneidert für eine Region, die sich schnell zu einem wichtigen Akteur in der europäischen Erneuerbaren-Landschaft entwickelt.“
Die Kapazität des Speichersystems beträgt 18 MWh.
Das marktübergreifende Optimierungsmodell, das hinter Rummu steht, beschränkt sich jedoch nicht nur auf Enery-eigene Anlagen. Es ist ein zentraler Bestandteil der Enery Portfolio Optimization, die auch Drittanbietern im Bereich der Erneuerbaren Energien und Speicheranlagen zur Verfügung steht. Dieser Ansatz ist zentraler Bestandteil des breiteren Angebots von Enery an Anlagen-Eigentümer sowie an Industriekunden, die die Leistung ihrer Anlagen verbessern und sich in den zunehmend volatilen Energiemärkten zurechtfinden möchten. „Dies ist im Baltikum besonders relevant“, ergänzt Margus Potisepp. „Hier machen der hohe Anteil an Erneuerbarer Energie, die Marktkopplung und die Volatilität der Strompreise sowohl intelligentes Trading als auch Flexibilität zu einem Muss.“