PV-Flächen: Online-Börse unterstützt Energiewende

19. Dezember 2024

Mit dem Start der Photovoltaik-Flächenbörse soll der PV-Ausbau in Österreich vorangetrieben werden –  es braucht aber dringend noch weitere Schritte wie Netztransparenz und -ausbau, um die Energiewende zeitnah zu schaffen.

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Die Zeit drängt. Bis zum Jahr 2030 muss die Photovoltaik-Leistung in Österreich auf (mindestens) 21 Gigawatt-Peak (GWp) ansteigen, um die Energiewende zu schaffen. Sprich: Die heimischen Klimaziele setzen ein Wachstum der hierzulande installierten PV-Leistung um mehr als zwei GWp jährlich voraus. Für Expert:innen steht fest, dass dies nur mit einem gleichzeitigen Ausbau von integrierter Photovoltaik (auf Gebäuden und anderen Bauwerken) und von Freiflächenanlagen erreicht werden kann. Nicht nur die Studie von TPPV-Obmann Hubert Fechner belegt dies. So erklärte auch unter anderem das Austrian Institute of Technology (AIT), es gäbe auf heimischen Dächern und Fassaden zwar Potenzial für acht Gigawatt-Peak an Photovoltaik-Leistung. Es seien jedoch nicht alle Dächer für PV-Anlagen geeignet. „Ohne Kraftwerke im Freiland wird es nicht gehen“, so Christoph Mayr, Business Manager for Photovoltaic Systems & Battery Energy Storage am AIT.

Vereinfachte Flächensuche

Um den Ausbau voranzutreiben, müssen daher rasch größere Flächen für Photovoltaik zur Verfügung gestellt sowie Netzzugänge für Freiflächenanlagen ermöglicht werden. Zumindest Ersteres soll nun erleichtert werden. Um den PV-Ausbau weiter zu beschleunigen, hat der Bundesverband PV Austria in Zusammenarbeit mit dem Klimaschutzministerium (BMK) sowie der Wirtschaftskammer Österreich die Photovoltaik-Flächenbörse entwickelt, um Unternehmen und Privatpersonen den Weg zur PV-Anlage zu erleichtern. Flächenbesitzer*innen und Flächennutzer*innen können sich damit nun online vernetzen.

Die Börse „zielt darauf ab, den mitunter zeitintensiven Prozess der Flächensuche zu vereinfachen und das ohne große Investitionen“, erklärt dazu das BMK. „Wir bringen dabei all jene zusammen, die entsprechende PV-Flächen oder Investitionsmöglichkeiten bereitstellen möchten“, so Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. „Menschen mit geeigneten Flächen treffen dabei auf Menschen, die in die Energiewende investieren möchten – ein perfekter Match für eine klimafreundliche Zukunft.“

Professionelle Vernetzung

Sowohl Suchende als auch Anbietende können sich bei der Photovoltaik-Flächenbörse in wenigen Schritten registrieren, so PV Austria. Nach dem Anlegen des Suchprofils kann die Online-Plattform voll genutzt werden. Wenn es passende Partner-Unternehmen für eine Anfrage gibt, werden beide Parteien per E-Mail informiert. Die weiteren Vereinbarungen erfolgen direkt zwischen Flächenanbieter:in und PV-Betreiber:in.

Dabei seien insbesondere größere Flächen auf Dächern und Fassaden – wie jene von Unternehmen – interessant sowie „Parkplätze oder sonstige große befestigte oder unbefestigte Flächen. Dachflächen von Einfamilienhäusern sind im Regelfall für eine Vermietung weniger attraktiv“, heißt es dazu auf der Website der Flächenbörse. Auch Energiegemeinschaften – ob schon bestehend oder in Planung – und potenzielle Mitglieder können auf der Plattform zueinander finden. Alle Daten sind im Übrigen vertraulich. Die Vereinbarungen zwischen Flächeneigentümer:innen und Flächennutzer:innen werden direkt abgeschlossen. Sie sind auf der Photovoltaik-Flächenbörse nicht einsehbar.

Priorität: Netzausbau und -transparenz

So sehr die Börse das Vorantreiben der Energiewende auch unterstützen kann, so sehr ist klar: Es sind hierzulande noch weit mehr Maßnahmen notwendig, um die avisierten Klimaziele erreichen zu können. „Wir brauchen in Österreich eine einheitliche Regelung für Zonierung und Genehmigung von geeigneten Flächen für Photovoltaik“, so Robert Höller, Enerys Managing Director Österreich. „Der Netzausbau muss nationale Priorität haben, Netzzugänge müssen transparent möglich gemacht werden“. Auch er betont: Dach- und Spezialflächen werden für die Klimaziele Österreichs nicht reichen. Man brauche rasch einen parallelen Ausbau von biodiversen PV-Freiflächenanlagen. Dass alle an einem Strang ziehen – Betreiber, Politik und Bevölkerung – sei das Gebot der Stunde.

Enery ist bei Know How und Umsetzung von Photovoltaik-Groß- und Freiflächenanlagen Vorreiter in Österreich und CEE. Und berät gerne unverbindlich: enery.energy/kontakt.

✅ TEXT: MICHI REICHELT
✅ FOTOS: ENERY