Mit der Einrichtung der Europäischen Partnerschaft für Photovoltaik betont die EU einmal mehr die Notwendigkeit – und die Dringlichkeit – des PV-Ausbaus.
Die Zeit drängt. Laut den im europäischen Grünen Deal festgehaltenen Vorgaben der EU-Kommission sind die Länder der Union bis zum Jahr 2050 zu Netto-Null-Treibhausgasemissionen verpflichtet. Dieses Ziel ergibt basiert auf dem Übereinkommen von Paris, das 2019 alle EU-Mitgliedstaaten unterzeichnet und ratifiziert haben. Dabei steht nicht nur die ökologische Komponente (Stichwort: Klimakrise) im Fokus. Mit dem Grünen Deal will die Europäische Union auch den Übergang zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft schaffen und deren Wachstum von der Ressourcennutzung abkoppeln.
„Europaweit denken“
„Der Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft ist ein Muss, um die Klimakrise zu bewältigen, und bietet erhebliche Chancen für Wirtschaftswachstum, Märkte und Arbeitsplätze sowie technologische Entwicklungen“, heißt es offiziell vom Europäischen Rat. „Mit dem grünen Wandel soll die Wettbewerbsfähigkeit der EU gestärkt und ein sozial gerechter und fairer Übergang gewährleistet werden.“
Außer Frage steht dabei die Bedeutung von Erneuerbarer Energie, insbesondere von Photovoltaik. So forderten zuletzt einmal mehr österreichische Expert:innen den massiven Ausbau von PV-Anlagen. Insbesondere Freiflächen bieten hier ein enormes, bisher zu wenig genutztes Potenzial. Zudem ist die Erweiterung der Netz-Infrastruktur – und zwar auf europäischer Ebene – das Gebot der Stunde. „Wir müssen europaweit denken“, erklärt dazu Enery-CEO Richard König. „Wir brauchen europäische Infrastrukturprojekte im Erneuerbaren-Bereich.“
Wachstum, Nachhaltigkeit, Resilienz
Die EU-Kommission setzte nun einen weiteren Schritt, um PV-Projekte voranzutreiben. Sie richtete im Rahmen von „Horizont Europa“ eine „Europäische Partnerschaft für Innovation im Bereich Photovoltaik“ ein. Derartige Partnerschaften sollen laut Kommission „für mehr Wachstum, Nachhaltigkeit und Resilienz sorgen und einen Beitrag zu einem starken, inklusiven und weltweit wettbewerbsfähigen Europa leisten.“
Das Ziel: Mit der Partnerschaft für Photovoltaik die Position Europas in der globalen Photovoltaikindustrie zu stärken und im Einklang mit dem europäischen Grünen Deal, dem REPowerEU-Plan und der Erneuerbare-Energien-Richtlinie aus dem Jahr 2023 den Übergang zu erneuerbaren Energien, insbesondere zur Solarenergie, zu erleichtern. „Durch diese Partnerschaft wird die Produktionskapazität für Photovoltaik in Europa ausgebaut, eine widerstandsfähigere Wertschöpfungskette in der EU entwickelt und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen durch die Zusammenarbeit entlang der gesamten Photovoltaik-Wertschöpfungskette verringert werden. Die Kommission und die privaten Partner planen, zwischen 2025 und 2030 jeweils bis zu 240 Mio. EUR in diese Partnerschaft zu investieren“, so der offizielle Wortlaut.
Drei neue Partnerschaften
Zusätzlich wurden Partnerschaften für Textilien der Zukunft sowie für innovative fortgeschrittene Werkstoffe für die EU eingerichtet. „Die Absichtserklärung bildet die Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen der Kommission und den anderen Partnern im Rahmen einer ko-programmierten Partnerschaft. Sobald die Partnerschaften angenommen und unterzeichnet sind, werden sie durch spezielle Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen des Arbeitsprogramms für ‚Horizont Europa‘ auf den Weg gebracht und durch zusätzliche Investitionen und Tätigkeiten der Partner ergänzt.“
Die drei neuen Partnerschaften ergänzen und stärken das bestehende Portfolio von 12 ko-programmierten Partnerschaften. Bei diesen Kooperationsinitiativen arbeiten denen private und/oder öffentliche Einrichtungen zusammen, um die dringendsten Herausforderungen der EU durch gemeinsame Forschungs- und Innovationstätigkeiten zu bewältigen. „An den ko-programmierten europäischen Partnerschaften sind die Kommission und überwiegend private, häufig von Industrieverbänden vertretene Partner beteiligt. Durch diese Partnerschaften wird es für die Kommission und die Interessenträger aus der Industrie einfacher, gemeinsame Verpflichtungen einzugehen, um die strategische Forschungs- und Innovationsagenden voranbringen.“