Enery Green Academy: "Die Erneuerbaren-Branche braucht euch alle!"

25. Juni 2025

Enery COO Lukas Nemec ist nicht nur Gründer der Enery Green Academy, als Vortragender ist er aktiv am Erfolg der Lehrgänge für zertifizierte Photovoltaik-Projektentwicklung beteiligt – und gibt nun exklusive Einblicke in die wohl zukunftsweisendste Ausbildung Österreichs.

Enery Green Academy:

Es war im Herbst 2023, als die Enery-Gründer Richard König und Lukas Nemec die Entscheidung trafen, einen wichtigen Schritt gegen den Fachkräftemangel im Bereich der Erneuerbaren Energien zu setzen. Die beiden Grünstrom-Experten riefen die Enery Green Academy (EGA) ins Leben, einen exklusiven Lehrgang für zertifizierte Photovoltaik-Projektentwicklung – eine Ausbildung, wie es sie in Österreich noch nicht gab. Eine Ausbildung, die Theorie und Praxis vereint und den Teilnehmenden in wenigen Monaten alles beibringt, was sie zur erfolgreichen Umsetzung eines PV-Projekts brauchen.

Am 26. September 2025 startet bereits der nächste EGA-Kurs (alle Infos dazu findet man auf der Website der Enery Green Academy). Vom ersten Lehrgang im Jänner 2024 an war Enery-Mitgründer Lukas Nemec als einer der Vortragenden der Enery Green Academy ein aktiver Teil des Erfolgs – er kennt die Hintergründe und den Ablauf wie kein anderer.

Die Enery Green Academy geht bereits ins zweite Jahr – aber schauen wir noch einmal an den Anfang zurück: Warum haben Richard König und du die Academy gegründet?

Lukas Nemec: Es ist jetzt über zweieinhalb Jahre her, dass wir den Fachkräftemangel im Bereich der Erneuerbaren Energien gesehen und uns oft darüber unterhalten haben. Wir haben einen direkten Einblick in die Branche und konnten sehen, dass es hier in Österreich einen großen Bedarf gibt. Einerseits, was das tatsächliche Handwerk bei Installationen, andererseits, was die Entwicklung von Photovoltaik-Projekten betrifft. Hier braucht es Expertise – und wir wissen bei Enery aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, Menschen zu finden, die diese Expertise mitbringen. Auch, weil der PV-Markt in Österreich relativ klein ist. Es gibt wenige Player, die sich den Markt aufteilen – und es kommen wenige Neue nach.

Worin liegen die Gründe für den Fachkräftemangel bei PV-Projektentwicklung?

Es gibt keine Ausbildung dafür. Kein Studium, das jemanden gezielt für Erneuerbaren-Projektentwicklung ausbildet. Meist sind es also Quereinsteiger:innen, die sich damit befassen. Wir haben diesen Bedarf gesehen und uns gedacht, dass es möglich sein muss, Interessierten in einem halben Jahr all das beizubringen, was man für PV-Projekte braucht. Unser großes Asset: Wir haben Zugang zu ausgewiesenen Experten im jeweiligen Fachgebiet, wir können Top-Vortragende aufbieten.

Warum bietet aber nur Enery eine derartige Ausbildung exklusiv an?

Ich denke, weil jemand, der ein PV-Projekt entwickelt, quasi die eierlegende Wollmilchsau sein muss. Man muss Verständnis für Raumplanung haben, technisches Verständnis haben. Man muss auch kommerzielles Verständnis mitbringen, weil man mit Grundbesitzern, Bürgermeistern, mit Gemeinden reden muss. Ja, man sollte eine offene Persönlichkeit haben, gerne auf Leute zugehen. Dazu kommen noch Zonierungen, rechtliche Themen. Und man muss verstehen, was ein Netzzugang ist, und was dahintersteckt. Das alles muss man nicht bis ins kleinste Detail wissen, aber trotzdem von allem ein Grundverständnis haben. Und weil das alles ineinander übergeht, gibt es eben kein Studium oder keinen Lehrgang, der das alles abdeckt. Außer bei uns. Ein halbes Jahr Ausbildung reicht unserer Ansicht nach auch aus, um genau diesen Überblick zu bieten, den man braucht.

Ein halbes Jahr, jeweils freitags und samstags Kurs … ist das nicht ein Overload an Information?

Es gibt immer wieder Pausen, insgesamt sind es daher eigentlich nur vier Monate. Unser Zugang ist außerdem: Besser geballte Information, als dass man ein Jahr, oder sogar mehr, für die Ausbildung braucht. Wir denken, da würde sich eine gewisse Müdigkeit einstellen. Bei uns hat man jeweils zwei Tage, an denen ein Thema behandelt wird – und am Ende steht ein PV-Projekt, das man umsetzt. Das ist zwar dann eine rein theoretische Projektplanung, aber doch mit einem konkreten Standort. Dabei wiederholst du alles und wendest an, was du gelernt hast. Für uns also die ideale Zeitspanne. Es werden übrigens alle Vortragenden bestätigen können, dass die Teilnehmenden an Kurstagen sogar freiwillig länger bleiben, weil sie so viele Fragen haben und so interessiert sind.

Enery Green Academy: Lukas Nemec und Robert Höller gratulieren einer Teilnehmerin zum AbschlussLukas Nemec (links) und FH-OÖ-Professor Robert Höller (rechts) gratulieren zum Abschluss der Enery Green Academy.

Apropos Interesse: Wie hast du die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebt?

Ich habe den Vorteil, immer der erste Vortragende eines Lehrgangs zu sein. Dabei versuche ich, einen Überblick der PV-Branche zu geben. Hier ist das Interesse daran, die globale Entwicklung sowie Zahlen zur Größe des Markts und zu seinem Wachstum zu sehen, schon sehr groß. Für mich ist es erfrischend, zu spüren, wie interessiert die Teilnehmenden daran sind, abseits vom ökologischen auch den ökonomischen Sinn der Energiewende zu verstehen. Denn die ist gerade aus wirtschaftlicher Sicht enorm wichtig.

Bleiben wir bei den Teilnehmenden: An wen richtet sich die Enery Green Academy?

Ohne Übertreibung: An alle. Wir hatten auch bei den bisherigen Kursen einen bunten Mix an Menschen. Menschen aus den unterschiedlichsten Branchen: Marketing-Leute, die sich komplett umorientieren wollten. Gelernte Elektrotechniker, die schon Erfahrung mit der Installation von kleineren PV-Anlagen hatten, sich aber noch mehr Wissen aneignen wollten. Wir hatten Angestellte, denen ihre Unternehmen den Lehrgang ermöglicht hatten. Wir hatten jemandem von der Energie Steiermark, unserem Partner beim PV-Projekt in Dobl-Zwaring. Und wir hatten Teilnehmende, die bereits ein bisschen Erfahrung im Energiebereich mitbrachten und sich weitere Skills aneignen wollten.

Wen wollt ihr darüber hinaus noch ansprechen?

Menschen aus der Immobilienbranche. Die waren bisher noch nicht bei uns. Aber wenn du Projekte im Immobilienbereich entwickelt hast, dann bringst du vieles mit, um Projekte im PV-Bereich zu entwickeln. Also: Wenn ihr vielleicht nicht das sechste Wohnhaus entwickeln, sondern zur Abwechslung mal auf der grünen Wiese einen Solarpark hinstellen wollt, kommt zu uns! (lacht)

Was kann man künftig von der Enery Green Academy erwarten?

Wir entwickeln uns ständig weiter. Mittlerweile stellen wir den Teilnehmenden eine digitale Plattform von Skillfit zur Verfügung, auf der Unterlagen der EGA abgerufen werden können, auf der man den Vortragenden im Nachhinein weitere Fragen stellen kann. Künftig werden wir dort auch Videos der einzelnen Module anbieten – wir erweitern also laufend unser Angebot. Auch bei den Modulen: Wir haben aktuell das Thema „Batteriespeicher“ in den Lehrgang integriert. Darüber hinaus kümmert sich inzwischen eine Mitarbeiterin rund um die Uhr um die Agenden der Academy. Das unterstreicht, welche Wertigkeit diese Ausbildung für Enery hat.

Abschließend: Was rätst du Menschen, die im Erneuerbaren-Bereich tätig werden wollen?

Kommt zur Academy, kommt zu Enery! (lacht) Nein, ich denke, man muss den Menschen klarmachen, dass die Branche enorm viele Möglichkeiten bietet. Man muss kein Techniker sein, um im Erneuerbaren-Bereich tätig zu sein. Ich selbst bin kein Techniker, Richard ist keiner. Beispielsweise gibt es für Juristen zahlreiche Themen in dem Bereich, man kann in der Projektfinanzierung beratend tätig sein, man kann sich auf Genehmigungen fokussieren. Die Branche braucht alle: Von der Buchhaltung über Anwälte, bis zu Technikern. Es ist viel einfacher, im Erneuerbaren-Sektor Jobs zu finden, als manche denken. Und all jene, die zusätzliches Fachwissen mitbringen wollen, absolvieren die Enery Green Academy und werden zertifizierte PV-Projektentwickler:innen.

✅ INTERVIEW: MICHI REICHELT
✅ FOTOS: ENERY