Tsenovo: Grüner Auftrieb für Bulgarien

23. Oktober 2024

In Bulgarien ging mit dem Solarpark Tsenovo das größte Kraftwerk in Enerys Portfolio ans Netz – und dieses trägt nicht nur entscheidend zur bulgarischen Energiewende bei.

Tsenovo: Grüner Auftrieb für Bulgarien- Image

Es sind beeindruckende Zahlen, die man jüngst in den Photovoltaik-News in Mittel- und Osteuroa liest. In Tsenovo, einer Gemeinde in der nördlichen bulgarischen Oblast Russe, hat Enery auf einer Gesamtfläche von 140 Hektar einen neuen Solarpark errichtet. Und was für einen! Die Photovoltaik-Anlage produziert bei einer installierten Leistung von 113 Megawatt (MW) jährlich 177 Gigawattstunden an Energie. Damit kann sie umgerechnet unglaubliche 48.000 Haushalte mit Strom versorgen. Zudem reduziert sie jährlich mehr als 80.500 Tonnen an CO₂-Emmissionen.

Nach vier Jahren Entwicklung sowie einer mehrmonatigen Testphase ging das Kraftwerk Anfang Oktober 2024 in Betrieb. Es ist nun nicht nur das größte in Enerys Portfolio, es ist auch das erste mit über 100 MW Leistung, das Enery selbst gebaut hat. „Die schönsten Momente für einen unabhängigen Grünstromerzeuger sind die, wenn man die ersten Elektronen einer neu errichteten Anlage ins Netz einspeisen kann“, zeigten sich auch Enery-CEO Richard König und Enery-COO Lukas Nemec überglücklich über die Inbetriebnahme des PV-Parks Tsenovo. „Es macht uns stolz. Stolz auf das, was wir hier im Rahmen der Entwicklung, der Technik und Konstruktion, aber auch kaufmännisch und finanziell alles erreicht haben. Es fühlt sich an, als wären alle Teile eines komplizierten Puzzles zusammengesetzt worden.“

Beeindruckende Frauenquote

Besonders stolz zeigten sich König und Nemec über die Arbeit der Menschen hinter dem Projekt, ohne die dieses nicht so perfekt ablaufen hätte können. „Von unseren Partnern bis hin zu unseren hart arbeitenden Teams: Alle haben eine entscheidende Rolle dabei gespielt, diese Vision zum Leben zu erwecken.“ Eine zusätzliche Besonderheit: Vor Ort waren an der Errichtung insgesamt 30 Mitarbeiterinnen maßgeblich mitbeteiligt – eine Besonderheit in der männerdominierten Solarbranche.

Tsenovo by night

Ein besonderer Dank der beiden Enery-Gründer galt „der Element Power Group für deren großartiges Business Development sowie SUNOTEC und Green Solar Energy dafür, dass sie jede Herausforderung gemeistert haben – von Wetterextremen bis zu weltweiten Lieferverzögerungen –, um letztlich eine perfekte Anlgae zu errichten. „Nichts davon wäre zudem ohne die unerschütterliche Unterstützung des Three Seas Initiative Investment Fund (3SIIF), des Seas Initiative Investment Fund und von RP Global möglich gewesen, deren Engagement für nachhaltige Energie diese Vision erst Wirklichkeit werden ließ“, so König und Nemec

Aufwertung der Region

Einer der Abnehmer des Grünstroms aus dem Solarkraftwerk Tsenovo ist KCM AD – der führende Blei- und Zinkproduzent in Südosteuropa. Die anderen beiden Abnehmer sind ebenfalls führend in ihren jeweiligen Branchen – Orange Rumänien Group, ein Telekommunikationsunternehmen und Dreher Breweries, Teil von Asahi Europe & International (AEI).

Die neue Photovoltaik-Anlage trägt nun aber nicht nur entscheidend zur Energiewende Bulgariens und zur grünen Zukunft des ganzen Landes bei. Sie ist auch ein ökologischer und ökonomischer Boost für die Region rund um das Dorf Tsenovo in der gleichnamigen Gemeinde. Dieses liegt am Unterlauf der Jantra, einem Nebenfluss der Donau., rund 45 Kilometer von der Provinzhauptstadt Russe entfernt.

Das Dorf wurde im frühen 17. Jahrhundert rund um ein Anwesen eines Verwalters des osmanischen Herrschers gegründet, um das sich nach und nach eine Ansiedlung bildete, die erst Çauşhan genannt wurde. Nachdem sich dieser Name in den folgenden Jahrhunderten in Chaushevo gewandelt hatte, kam  es 1934 zur Umbenennung in Tsenovo – nach dem Kaufmann und Mäzen Apostolov, der den Bau der Wirtschaftsuniversität im nahegelegenen Swischtow mit 40 Millionen Lewa (ohne Inflation umgerechnet ca. 20 Millionen Euro) unterstützt hatte. Man sieht: Ein Besuch zahlt sich aus.

✅ TEXT: MICHI REICHELT
✅ FOTOS: ENERY