Es ist ein regelrechter Boom: In den ersten Monaten des Jahres 2025 sorgt Photovoltaik in Europa für neue Rekordwerte und etabliert sich als führende Technologie bei der Energiegewinnung. Eine besonders starke Entwicklung ist dabei im CEE-Raum zu beobachten.
Kein Jahr ohne Photovoltaik-Rekord. So könnte man die aktuelle Entwicklung am Solarenergie-Sektor wohl plakativ zusammenfassen. Tatsächlich sprechen die Zahlen eine klare Sprache – insbesondere mit Blick auf die Europäische Union. Bereits im Vorjahr stieg hier die installierte Leistung um 66 Gigawatt (GW) auf eine Gesamtkapazität von etwa 338 GW an. Mit dieser Zunahme von rund 22 Prozent wurde innerhalb der EU erstmals mehr Strom aus Photovoltaik als aus Kohle produziert. Wie der Non-Profit-Thinktank Ember in seinem European Electricity Review berichtet, lag der Kohleanteil am europäischen Strommix erstmals unter zehn Prozent, während Photovoltaik (PV) EU-weit auf elf Prozent anstieg. Das Jahr 2025 legt auf dieses Rekordhoch sogar noch einen drauf …
Auf Rekordkurs
Im vergangenen Frühjahr stieg der Anteil an Solarenergie in Europa weiter deutlich an. Die Produktionsmenge erhöhte sich im Jahresvergleich um mehr als 30 Prozent von knapp 50 Terawattstunden (TWh) im ersten Quartal 2024 auf rund 68 TWh in Q1 2025. Im vergangenen Juni erreichte Photovoltaik sogar den Spitzenplatz unter den europäischen Stromquellen: Mehr als 22 Prozent der Stromproduktion stammte aus Solaranlagen. Damit übertraf PV sowohl Kernenergie (21,8 %) als auch Windkraft (15,8 %). In der EU deckte Solar im Q1/2025 damit etwa 6,3 % der Stromnachfrage – ein deutlicher Sprung von 4,7 % im Jahr davor.
Dabei bleibt die CEE-Region einer der dynamischsten Solarmärkte in Europa, mit deutlich überdurchschnittlichen Wachstumsraten sowohl bei installierter Leistung (plus 49 Prozent in 2024) als auch bei der Stromerzeugung. Ein Blick auf die letzten fünf Jahre veranschaulicht das Wachstum noch eindrücklicher: In den neun größten CEE-Ländern (Polen, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Bulgarien, Litauen, Estland, Slowakei, Lettland) stieg die installierte Kapazität von insgesamt 9 GW in 2019 auf 46 GW Ende 2024 – eine 450-prozentige Steigerung.
Weltweiter Siegeszug
Europas Anteil an der globalen Photovoltaik-Produktion lag im Vorjahr bei 14 Prozent – was trotz des starken Wachstums einen Rückgang um zwei Prozentpunkte gegenüber 2023 bedeutete. Der Grund: Der PV-Siegeszug hält auch außerhalb Europas an. So produzierte China beispielsweise im Vorjahr eine Rekordmenge von 329 GW Solarenergie und sorgte damit für 55 Prozent des globalen Photovoltaik-Zuwachses. Auch Indien verzeichnete ein beispielloses Wachstum: 30,7 GW neu installierte Kapazität entspricht einem Plus von 145 Prozent bei PV-Anlagen. Für 2025 rechnet man weltweit mit einem rund zehnprozentigen Wachstum, also etwa 655 GW Neuinstallationen.
Der Gesamtanteil von Erneuerbarer Stromerzeugung innerhalb der EU im ersten Quartal 2025 verzeichnete übrigens einen Rückgang. Er sank von knapp 47 Prozent im Q1 2024 auf 42,5 Prozent. Zurückzuführen sind diese Werte auf einen geringeren Anteil von Wind- und Wasserkraft — hauptsächlich wetterbedingt. So kam es bei der Onshore- und Offshore-Windproduktion zu einem Rückgang um 17 beziehungsweise 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Produktion aus Wasserkraft wiederum ging um 15 Prozent zurück.
Die Zukunft hat begonnen
Die Zahlen zeigen deutlich: Solarenergie ist als stabilste und verlässlichste Quelle bereits aktuell unerlässlich. Mit deutlichen Wachstumsraten und sinkendem Fossilstromanteil steigt die Bedeutung von Photovoltaik massiv. Und sie wird weiterhin zunehmen. Solar ist nicht länger Nische, sondern wird zur tragenden Säule einer zukunftsfähigen Energieversorgung.
Klar ist allerdings auch, dass mit dem Ausbau große Herausforderungen einhergehen. Denn der globale Vergleich zeigt: Um die Klimaziele der Dekade zu erreichen, braucht es weiterhin Investitionen in Netze, Speicher und intelligente Steuerung – und politische Rahmen, die nachhaltiges Wachstum möglich machen. Dank der hohen Investitions- und Ausbaubereitschaft – europaweit und global – nimmt eine nachhaltige, dekarbonisierte Stromzukunft konkrete Form an.