21. Mai 2024
Biodiversität: PV als entscheidende Maßnahme

Der Internationale Tag der Biodiversität soll mehr sein als eine Erinnerung an die Bedeutung der Artenvielfalt: Er soll Maßnahmen gegen die Klimakrise und damit gegen das Artensterben in den Fokus rücken; Maßnahmen wie PV-Freiflächenanlagen.

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Es gibt ihn bereits seit 1994, im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit ist er jedoch kaum verankert. Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt (International Day for Biological Diversity) wurde vor drei Jahrzehnten von der UNESCO ins Leben gerufen, um den Schutz der Arten und ihrer Lebensräume in den Fokus zu rücken. Als Datum dafür wurde der 22. Mai gewählt, an dem 1992 das UNEP das UN-Übereinkommen über Biodiversität beschlossen hatte.

Jährlich soll nun der 22. Mai daran erinnern, dass trotz zahlreicher der globale Verlust an Biodiversität dramatisch zunimmt. Weitere Bemühungen zum Erhalt der Natur und der Artenvielfalt sind daher unerlässlich. Ökosysteme müssen auf der ganzen Welt geschützt und erweitert werden. Nachhaltige Nutzung von Rohstoffen sind hier ebenso von zentraler Bedeutung wie die gerechte und ausgewogene Verteilung der Ressourcen.

Effizient gegen die Klimakrise

Eine der nachhaltigsten Maßnahmen für biologische Vielfalt auf unserem Planeten ist der Umstieg auf Erneuerbare Energien. Konkret: Auf Photovoltaik. So sind sich nicht nur heimische Expert:innen einig, dass wir ohne PV weder die kurz- noch die längerfristigen Klimaziele erreichen können. Die globale Erwärmung aufgrund des menschengemachten Klimawandels hat allerdings gravierende Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Diese wird sich laut der Umweltschutzorganisation Global 2000 selbst dann drastisch reduzieren, wenn das im Pariser Klimaabkommen vereinbarte 2°-Ziel eingehalten wird.

Photovoltaik wirkt dem jedoch gleich mehrfach entgegen. Neben der Produktion von sauberem, emissionsfreiem Strom sorgen PV-Freiflächenanlagen für den Erhalt von Biodiversität. Mehr noch: Sie fördern diese sogar. Denn die Aufstellung eines Solarparks versiegelt den Boden nicht. Im Gegenteil. Er wird zum Lebensraum von Tieren, Pflanzen und Insekten. So zeigte unter anderem eine Studie des deutschen Bundesverbands Neue Energiewirtschaft, dass sich in den von Freiflächenanlagen geschützten Bereichen bei entsprechender Pflege Blühpflanzen und damit Insekten, Brutvögel sowie Fledermäuse, Amphibien und Reptilien ansiedeln.

Tag der Artenvielfalt

Win-win-win-Situation

Darüber hinaus ist die Beweidung der Freiflächen, beispielsweise mit Schafen, ebenso möglich wie Agri-PV, also die landwirtschaftliche Nutzung des Bodens unterhalb der Solarpaneele. Die für Solarparks verwendeten Flächen sind allerdings ohnehin meist solche, die anderwärtig nicht genutzt werden können – wie unfruchtbare Felder neben Autobahnen. Hier kommt dann ein zusätzlicher entscheidender Vorteil von Photovoltaik-Freiflächenanlagen zum Tragen: Sie wirken der allgemeinen Versiegelungswut entgegen. Denn wie eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts belegt, versiegelt man in Österreich täglich 110.000 Quadratmeter an versickerungsfähigem Boden. PV kann verhindern, dass brachliegende Flächen ebenfalls zu Hitzeinseln werden, die wiederum den Klimawandel beschleunigen.

Dieser wirke wirkt sich nicht nur auf einzelne Tier- und Pflanzenarten aus, „sondern beeinflusst auch deren Zusammenleben in Lebensgemeinschaften und damit ganze Ökosysteme, inklusive deren Produktivität und Leistungen, die sie für ein System erbringen, die sogenannten Ökosystemleistungen“, erklärt Global 2000.

Die UNESCO bekräftigt, dass Biodiversität unseren Planeten ausmacht. „Sie ist die Grundlage für das menschliche Wohlergehen in der Gegenwart und in der Zukunft, ihr rascher Rückgang bedroht die Natur und die Menschen gleichermaßen.“ Es ist aber noch nicht zu spät, zu handeln, so die Organisation. Jetzt sei es an der Zeit, Handlungen für die Artenvielfalt zu setzen, Und das nicht nur am 22. Mai.

✅ TEXT: MICHI REICHELT
✅ FOTOS: ENERY