Grüne Energie schafft grüne Jobs

Ein forcierter Ausbau erneuerbarer Energien schützt nicht nur die Umwelt, sondern hat auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. In den nächsten Jahren sollen demnach weltweit Millionen neue Jobs in der Solarindustrie entstehen.
Solarbranche Arbeitsplätze

Die Sonne ist eine unerschöpfliche, saubere und vor allem kostengünstige Energiequelle – das ist nichts Neues. Auch Expert:innen sind sich bereits seit Jahren einig, dass es für das Erreichen der gesteckten Klimaziele einen massiven Ausbau der Photovoltaik benötigt. Weniger bekannt ist allerdings, dass die Solarbranche mehr Arbeitsplätze schafft als jede andere Stromerzeugungstechnologie. Genauer gesagt, sorgte die Photovoltaikindustrie allein im Vorjahr weltweit für rund 4,3 Millionen Arbeitsplätze. Und es werden immer mehr …

„Grüner“ Arbeitsmarkt

Der kürzlich veröffentlichte „Renewable Energy and Jobs: Annual Review 2022“ der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) zeigt jedenfalls: Die Zahl der Arbeitsplätze in der Erneuerbaren-Branche kletterte 2021 weltweit auf 12,7 Millionen. Das entspreche laut Expert:innen einem Anstieg von 700.000 neuen Arbeitsplätzen innerhalb eines Jahres. Mehr als ein Drittel aller Beschäftigten im Bereich der erneuerbaren Energien entfällt dabei auf die Photovoltaik. Jeweils 2,4 Millionen Menschen arbeiten für die Wasserkraft und Biokraftstoffe. Im Bereich der Windenergie sind 1,3 Millionen Menschen beschäftigt.

Energiewende erhöht BIP

„Erneuerbare Energien schaffen Arbeitsplätze und ermöglichen es uns, die Klimaziele zu erreichen – das steht außer Zweifel“, so Francesco La Camera, Generaldirektor der IRENA. Der Bericht zeigt, dass immer mehr Länder Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien schaffen. „Die Förderung einer heimischen Wertschöpfungskette schafft nicht nur Geschäftsmöglichkeiten und neue Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung. Sie stärkt auch die Zuverlässigkeit der Lieferketten und erhöht damit die Energiesicherheit insgesamt“, weiß La Camera.

Ein forcierter Umstieg auf Erneuerbare in Österreich belebt also nicht nur die Umwelt, sondern auch den Wirtschaftsstandort Österreich und bringt positive wirtschaftliche Effekte mit sich. Der Ausbau aller betrachteten Technologien zur Produktion und Speicherung von erneuerbarer Energie steigert die Beschäftigung sowie das Bruttoinlandsprodukt. „Angesichts zahlreicher Herausforderungen bleiben Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren stabil und haben sich als zuverlässiger Motor für die Schaffung von Arbeitsplätzen erwiesen“, erklärt der Generaldirektor der IRENA.

Solarbranche Arbeitsplätze
Allein im Vorjahr sorgte die Solarbranche weltweit für rund 4,3 Millionen Arbeitsplätze.

Heimische Produktion stärken

Die Förderung einer heimischen Wertschöpfungskette schaffe laut La Camera also neue Geschäftsmöglichkeiten, viele neue Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung, und erhöhe die Energiesicherheit.

Der ebenfalls vor Kurzem veröffentliche „World Energy Employment Report“ der Internationalen Energieagentur (IEA) zeigt zudem: Die meisten Beschäftigten in der Solarbranche arbeiten derzeit in der Fertigung und der Installation neuer Solaranlagen. Weltweit entwickeln sich hierbei die südostasiatischen Länder zu wichtigen Produktionsstandorten für Photovoltaik. Allein in China sind 260.000 Menschen in der Produktion von Polysilizium, Wafern, Zellen und Modulen beschäftigt. Aber auch in Europa versucht man, die Solarindustrie weiter in Schwung zu bringen. Und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Das Potenzial ist jedenfalls groß: So könnte laut Prognose der IRENA der Erneuerbaren-Sektor bis 2050 bis zu 43 Millionen Menschen beschäftigen. Jetzt heißt es also: Schnell den Erneuerbaren-Turbo zünden und den grünen Job-Turbo anschmeißen!

✅ TEXT: Sandra Rainer
✅ FOTOS: Enery
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