Wenn süße Pandabären sauberen Sonnenstrom produzieren

Ein riesiger Pandabär, der aus einzelnen Solaranlagen zusammengesetzt ist, versorgt Menschen in China mit sauberer Energie. Der wohl niedlichste Grünstromerzeuger der Welt soll auf die Notwendigkeit regenerativer Energiequellen aufmerksam machen.
Panda Green Energy

Große Kulleraugen, ein kuschelweiches Fell, ein tapsiger Schritt: Pandabären zählen zu den niedlichsten Tieren der Welt – leider aber auch zu den gefährdeten Arten. Weniger als zweitausend Individuen des Großen Pandas leben heute noch in freier Wildbahn. Zu Hause sind die niedlichen Tiere jedenfalls in China. Dort werden sie auch als Nationaltier angesehen und stehen bereits seit einem halben Jahrhundert unter besonderem Schutz. Kein Wunder also, dass der geliebte schwarz-weiße Bär sogar als Maskottchen für die Olympischen Spiele in der chinesischen Hauptstadt Peking auserkoren wurde. Und die Olympia-Fans lieben die kuschelige Pandabärin namens Bing Dwen Dwen. So sehr, dass sich seit Tagen lange Schlangen vor den Souvenir-Shops in China bilden und Abbilder der Bärin schnurstracks ausverkauft waren.

Dass süße Pandabären für viel Aufmerksamkeit sorgen, wusste bereits das Energieunternehmen – nein, wir haben uns diesen Namen nicht ausgedacht – Panda Green Energy. Ihre Idee: eine leistungsstarke und zugleich auch außergewöhnliche Solaranlage zu installieren – und genau das haben sie auch tatsächlich in die Realität umgesetzt. Mitten in China, etwa 300 Kilometer westlich von Peking in der Stadt Datong, ging Ende Juni 2016 die wohl niedlichste Solaranlage des Unternehmens ans Netz: eine Solaranlage, die aus der Luft wie zwei riesige Pandabären aussieht. Die außergewöhnliche Form der Anlage soll aber nicht nur niedlich sein, sondern zudem Kinder und Jugendliche vom unglaublichen Potenzial erneuerbarer Energien begeistern. Aus diesem Grund sollen sich Teenager auch zu Sommercamps direkt vor Ort bewerben können, um mehr über Ökostrom und erneuerbare Energien zu erfahren.

Junges Mädchen mit großer Vision

Die Idee zur wohl außergewöhnlichsten Grünstromanlage hatte übrigens die chinesische Teenagerin Ada Li Yan-tung. Bereits in der Mittelschule begann sie, sich über die Klimakrise zu informieren und aktiv nach Lösungen zu suchen. Sie musste allerdings feststellen, dass es innovative Konzepte und Ideen braucht, um ein breites Publikum auf nachhaltige Energieoptionen aufmerksam zu machen. Und so kam das junge Mädchen auf die Idee eines Panda-Solarparks. Womit Ada Li Yan-tung wohl nicht gerechnet hat: Das Ökoenergieunternehmen Panda Green Energy griff ihre Idee auf und setzte diese auch tatsächlich um.

Dass die Wahl für den Bau der Anlage übrigens auf Datong fiel, ist kein Zufall: Bis heute stammt fast ein Viertel der Kohlereserven Chinas aus der nördlichen Provinz Shanxi. Zur Info: Allein 2020 wurde dort eine Milliarde Tonnen Kohle produziert. Green Energy wollte mit der Errichtung des ersten Panda-Solarparks ein Zeichen für den Umweltschutz setzen.

Super niedlich und super viel Energie

Dass die Pandas aber nicht bloß eine süße Spielerei des Energieunternehmens sind, wird bei der tatsächlichen Anlagengröße klar. Die Photovoltaikanlage erstreckt sich über eine Fläche von etwa 100 Hektar und hat eine Kapazität von insgesamt 100 Megawatt. Die Solaranlage besteht aus schwarzen monokristallinen Solarzellen, die in Form von zwei Pandabären angeordnet wurden.

Schätzungen zufolge kann das Solarkraftwerk in etwa 25 Jahren unglaubliche 3,2 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom an Haushalte liefern. Laut Panda Green Energy könnten demnach rund 1056 Millionen Tonnen Kohle und 2,74 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emission eingespart werden.

Vielversprechende Projekte

Das Projekt Panda Power Plant ist zudem Teil des chinesischen Projektes „Ein Band, eine Straße“ (Belt and Road Initiative). Bei dem Projekt der Neuen Seidenstraße geht es darum, die Infrastruktur zwischen Europa, Afrika, Asien und China aufzubauen. Unterstützt wird Green Panda Energy dabei unter anderem von dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme, UNDP).

Damit aber nicht genug: Der Panda-Solarpark im chinesischen Datong soll nur der erste in einer Reihe weiterer Anlagen sein. In Zukunft sollen viele weitere Tieranlagen rund um den Globus ans Netz gehen. Und da soll noch einer sagen, Technik könne nicht süß sein!

✅ TEXT: SANDRA RAINER
✅ FOTOS: Panda Green Energy Group
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