Solar-Sonnenschirm sorgt für kühle Getränke an heißen Tagen

Der italienische Gelato-Hersteller Sammontana überzeugt nicht nur mit köstlichen Eisvariationen. Das Traditionsunternehmen heftet sich auch Umweltschutz und Nachhaltigkeit auf die Fahnen. Neuester Coup: ein Solar-Sonnenschirm, der Strandresorts mit sauberem Strom versorgen soll.
Solar-Sonnenschirm

Wir kennen und lieben ihn: den typisch italienischen Lebensstil. Locker. Unbeschwert. Genussreich. Hierzulande verbinden wir mit „Dolce Vita“ jedenfalls das einfache, sorgenfreie Leben. Und genau diese Einstellung ist es wohl, die jedes Jahr aufs Neue unzählige Urlauberinnen und Urlauber aus allen Himmelsrichtungen an die italienischen Strände lockt.

Wer nach Italien reist, sucht Abwechslung, Sonne und Badespaß – und wird dabei auch fündig. Schließlich beträgt die Küstenlänge des Landes fast 8.000 Kilometer. Genug Platz also, um entspannt am Strand in der Sonne zu brutzeln. Und gegebenenfalls auch mal unter einen der unzähligen Sonnenschirme zu flüchten.

Für einen Sonnenschutz der Extraklasse sorgen nun die führende Gelato- und Frozen-Dessert-Marke Sammontana, das internationale Design- und Innovationsunternehmen CRA-Carlo Ratti Associati und der Architekt Italo Rota. Gemeinsam entwickelten sie einen aufklappbaren Sonnenschirm, der mithilfe angebrachter Solarzellen Naturstrom erzeugen kann – genannt „Parelio for Sammontana“. Einen Solar-Sonneschirm!

Solar-Sonnenschirm: Schatten und Licht

Neben der Funktion als Grünstromerzeuger überzeugt aber vor allem die Optik des entworfenen Schattenspenders. Inspiriert von der japanischen Papierfaltkunst, lässt sich dieser wie ein Origami-Kunstwerk öffnen und schließen. Kurzer Faktencheck: Der Parelio-Schirm ist 2,5 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 3,2 Meter.

Die faltbaren PV-Paneele auf der Oberseite des Solar-Sonnenschirms absorbieren einfallendes Sonnenlicht und wandeln es in elektrische Energie um. „Das Designkonzept dieses Projekts beginnt damit, die Sonne zu nutzen, um Strom zur Kühlung des Raums unter dem Sonnenschirm zu erzeugen“, erklärt Carlo Ratti, Gründer von CRA und Professor am Massachusetts Institute of Technology. An den Design-Schirmen werden jedenfalls Mini-Kühlboxen und Flüssigkeitszerstäuber angebracht, die dank faltbarer Solarzellen mit ausreichend elektrischer Energie versorgt werden. Die inkludierten Kühlgeräte ermöglichen es den Reisenden, ihre Speisen und Getränke auch während des heißen Wetters dementsprechend kühl zu halten, heißt es zumindest in der offiziellen Presseaussendung von CRA-Carlo Ratti Associati.

Galaktisches Vorbild: NASA

Mit Chuck Hoberman holte sich das Projektteam einen zusätzlichen Spezialisten an Bord. Schließlich ist der Professor an der Harvard University für die Erfindung verschiedener Faltspiele und Formen bekannt. Hoberman beschäftigt sich damit, transformierbare Strukturen an der Schnittstelle von Kunst, Architektur und Technik zu entwickeln. Sprich: Diese Strukturen ermöglichen es, Form oder Funktion eines Objekts dank ausklappbarer, faltbarer oder demontierbarer Elemente zu verändern. Perfekte Voraussetzung für die faltbaren Solarzellen also.

Inspiriert wurde das Forscherteam dabei von nichts Geringerem als den Photovoltaiksystemen von NASA-Raumschiffen. Hoberman half bei der Konzeption eines umgewandelten Systems, das einziehbare Verkleidungen, Fugendesign und dynamische Bauweisen kombiniert, heißt es. Das modulare System des einzigartigen Schattenspenders ermöglicht eine zusätzliche Bündelung mehrerer Schirme, sodass quasi ein kleiner Solarpark am Strand entstehen kann. Wie viele Schirme tatsächlich aneinandergereiht werden, bleibt den einzelnen Urlaubsresorts selbst überlassen.

Erste Testversuche

Bevor der Parelio for Sammontana aber tatsächlich den weltweiten Siegeszug an Stränden und vielleicht auch in Schwimmbädern antreten kann, muss er sich erst einmal im BAM-Biblioteca degli Alberi Milano Park in Mailand beweisen. Dort sollen insgesamt zwölf Prototypen des Sonnenschirms vom 12. Juni bis zum 8. August 2021 gleichzeitig für Schatten und Grünstrom sorgen.

Der Testlauf wird sowohl im Stand-alone-Modus als auch in einer zusammengeschlossen Solarfläche präsentiert. Die Schirme in der Umgebung versorgen dabei auch eine kleine Eistheke, die in einer kleinen Bar untergebracht ist, mit sauberem Strom. Diese benötigt somit keine zusätzliche Energie für ihren Betrieb. Preisfrage: Welches Eis wandert dort über die Ladentheke? Richtig, das berühmte Sammontana-Gelato.

Warum der Aufwand?

Der Parelio for Sammontana ist aber längst nicht das einzige Nachhaltigkeitsprojekt des Eisherstellers. Bereits seit 2016 hat das Unternehmen einen eigenen Prozess zur Reduzierung der Umweltauswirkungen seiner Aktivitäten initiiert. Dieser orientiert sich an den Prinzipien der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Dabei wird freilich auf eine gute Bewertung und Kompensation des CO2-Ausstoßes des Unternehmens geachtet. Zusätzlich setzt der Gelato-Riese auf modernste Verpackungslösungen.

Das laufende Projekt sei jedenfalls ein kleiner, aber wichtiger Schritt in eine langfristig nachhaltige Energieversorgung, so Sibilla Bagnoli, Leiterin der Abteilung Kommunikation und Image bei Sammontana Italia: „Das Projekt Solar-Sonnenschirm baut auf dem Ziel von Sammontana auf, die potenzielle Umweltbelastung an italienischen Stränden zu verringern – also an den ikonischen Kulissen, an denen Sammontana serviert wird und die die angenehmsten und freudigsten Momente des Sommers markieren.“

Fazit:

Das Projekt in Mailand soll zeigen, wie der Innovationsprozess der Solar-Sonnenschirme beschleunigt und „möglicherweise auf Italiens 8.000 km lange Küstenlinie übertragen werden kann, um einen nachhaltigeren Ansatz für die Sommerfreizeit zu fördern“, geht aus der Projektbeschreibung hervor. Und wer weiß, vielleicht genießen wir schon bald das nächste Sammontana-Eis in Bella Italia unter einem stylischen Parelio for Sammontana – mit Blick auf das rauschende Meer und ganz viel Dolce Vita.

✅ TEXT: SANDRA RAINER
✅ FOTOS: CARLO RATTI
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