Im Europäischen Forum Alpbach lud Enery zur Diskussion über die Zukunft des europäischen Strommarkts. Die Botschaft war klar: Ein gemeinsamer Markt mit nur einem Energiepreis kann Europas Industrie retten, Milliarden einsparen und den Weg zu sauberer Energie ebnen.
Warum zahlt ein Industrieunternehmen in Norwegen im Schnitt 23 Euro pro Megawattstunde, während in Italien über 100 Euro fällig werden? Und warum liegt der Strompreis in den USA weit darunter?
Die Antwort: Europa ist nach wie vor von einem tatsächlich vereinten Kontinent weit entfernt. Zumindest, was den Strommarkt betrifft. 41 verschiedene Gebotszonen, unterschiedlich stark vernetzt, bremsen den Binnenmarkt und verhindern, dass günstiger Wind- und Solarstrom alle erreicht. Das Ergebnis sind enorme Preisunterschiede, Standortnachteile für die Industrie gegenüber den USA und China, Abwanderung der Industrie – und verschwendete erneuerbare Energie.
Europas ungenutzter Wettbewerbsvorteil
Unter der Leitung von Christiane Brunner (CEOs for Future) lud Enery-CEO Richard König unter dem Titel „From Vision to Voltage: Making One Grid, One Price Work“ im Rahmen des Forum Alpbach zur Podiumsdiskussion über Wege aus der europäischen Preisfalle. Gemeinsam mit Gerhard Christiner (CEO Austrian Power Grid) erörterte er konkrete Schritte zur Umsetzung.
Die Kernbotschaft dabei war klar: Der europäische Kontinent hat alles, was er an Ressourcen braucht: von norwegischer Wasserkraft über baltischen Wind bis hin zu spanischer Solarenergie. Was fehlt, sind Infrastruktur, politische Umsetzungskraft und der Wille, nationale Interessen hintanzustellen. Vernetzt und koordiniert könnten die Erneuerbaren-Energiequellen ganz Europa zuverlässig, günstig und klimafreundlich mit Grünstrom versorgen.
So hat die EU mit der Marktdesign-Reform 2024 ohnehin bereits die Grundlagen geschaffen. Jetzt geht es darum, Interkonnektoren auszubauen, Speicher zu integrieren und Investitionen zu mobilisieren.
Studien zeigen: Ein Umsetzen der Vision „One Grid, One Price“ würde jährlich bis zu 40 Milliarden Euro sparen, Millionen Tonnen CO₂ vermeiden und Europas Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit zurückgeben. „Gemeinsam können wir saubere, verlässliche und kostengünstige Energie sicherstellen – für alle europäischen Bürgerinnen und Bürger sowie für die Industrie“, so Richard König.
Expertentalk beim Forum Alpbach: APG-CEO Gerhard Christiner und Enery-CEO Richard König mit Christiane Brunner (v.l.)
Lösungen liegen bereit
Technisch ist Europa startbereit. Entscheidend ist jetzt Tempo.
- Mehr Netze: Jeder investierte Euro bringt zwei Euro an Systemvorteilen zurück.
- Batteriespeicher: Sie glätten Lastspitzen und machen den Stromhandel flexibler.
- Private Investitionen: Öffentlich-private Partnerschaften können den Ausbau beschleunigen.
- Optimierte Infrastruktur: Technologien wie Dynamic Line Rating steigern die Kapazität bestehender Leitungen um bis zu 40%.
Energieintensive Branchen wie Stahl, Chemie oder Aluminium stehen unter massivem Druck. Bereits heute wandern Unternehmen ab, weil Strom- und Gaspreise in Europa deutlich über globalem Niveau liegen.
Ein einheitlicher Markt mit stabilen Preisen zwischen 50 und 60 €/MWh könnte die Wettbewerbsfähigkeit zurückbringen und Arbeitsplätze sichern. Nur so lässt sich verhindern, dass Europa seine industrielle Basis verliert.
Enery als Vorreiter
Enery zeigt dabei einmal mehr, wie es geht: Mit über 65 Kraftwerken in Zentral- und Osteuropa (CEE), innovativen, grenzüberschreitenden Power Purchase Agreements (PPAs) für Industriekunden und einer klugen Kombination regionaler Stärken: So trifft im Enery-Portfolio beispielsweise baltischer Winterwind auf Sommer-Solarstrom vom Schwarzen Meer – das Ergebnis: verlässliche, günstige und saubere Energie, das ganze Jahr hindurch.
Beispiele wie die Partnerschaften mit Orange Romania oder Benteler in Tschechien zeigen, dass Enery grüne Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen liefern kann – und das europaweit. Damit ist das Unternehmen ein praktisches Beispiel, wie „One Grid, One Price“ funktionieren kann.
Darüber hinaus setzt Enery auf lokale Wertschöpfung in enger Zusammenarbeit mit Gemeinden, auf Investitionen vor Ort und neue Partnerschaften. Das Schaffen von Arbeitsplätzen in den Regionen des CEE-Raums gehört fest zum Unternehmensansatz. Mit der steigenden Akzeptanz vor Ort schafft es Enery, erneuerbare Projekte schnell Realität werden zu lassen.
Jetzt handeln
Die Botschaft der Expert:innen beim Forum Alpbach war eindeutig: Europa steht am Scheideweg. Fast die Hälfte des Stroms stammt heute aus erneuerbaren Quellen. Damit diese Erfolgsgeschichte weitergeht, braucht es die nächste Stufe – einen Markt, einen Preis.
Die Vision „One Grid, One Price“ ist keine ferne Utopie. So wie der Euro oder der Binnenmarkt einst für Integration und Wohlstand sorgten, könnte sie Europas nächster großer Schritt für die Energiezukunft werden: Sauberer, günstiger und verlässlicher Strom – für alle.
Die technischen Lösungen sind vorhanden, die wirtschaftlichen Vorteile unbestreitbar. Was jetzt zählt, ist politischer Wille. Enery bleibt dabei eine treibende Kraft – als Entwickler erneuerbarer Projekte, als Partner der Industrie und als Stimme für ein integriertes, starkes Europa.