„Wir können regionalen Sonnenstrom in Österreich um mindestens 50 Prozent billiger anbieten!“

Während Europa händeringend nach Alternativen zu russischem Gas sucht, präsentiert der heimische Grünstromerzeuger Enery drei Modelle, mit denen jede*r heute schon 50 Prozent Stromkosten sparen kann. Wie das geht? Wir haben Ferdinand Trauttenberg, Geschäftsführer Enery Österreich, darum gebeten, Licht ins Dunkel zu bringen.
Günstiger Strom

Kurz zum allgemeinen Verständnis: Warum ist unser Strom plötzlich so teuer?

Ferdinand Trauttenberg: Es sind mehrere Faktoren, die hier als Preistreiber wirken, und die Sache ist nicht ganz einfach transparent zu machen. Aber man kann zwei besonders relevante Faktoren jedenfalls klar benennen: die erhöhten CO2-Zertifikatspreise und die gestiegenen Gaspreise. Der Gaspreiseeffekt hat sich durch den Ukrainekrieg nun noch zusätzlich verstärkt.

Wie werden all diese Faktoren dann so vereint, dass am Ende ein Strompreis rauskommt?

Ferdinand Trauttenberg: Das ist in der Tat richtig kompliziert, dafür gibt es eigene Spezialist*innen, auch bei uns. Aber im Grunde kann man vereinfacht sagen: Der Preis setzt sich am Ende zu jeweils einem Drittel aus folgenden Faktoren zusammen: Energiepreis, Stromnetz und Steuern. Um dies für jede*n zu vereinfachen, haben wir aber einen eigenen Stromrechner programmiert, der stets auf die ständig variablen Echtkosten zugreift und jedem Unternehmen oder jedem*jeder Endverbraucher*in in Echtzeit die Stromkosten berechnet. Außerdem zeigt dieser auch auf, wie viel Geld man mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen sparen könnte!

Warum sind erneuerbare Energien günstiger als jene aus fossilen Brennstoffen?

Ferdinand Trauttenberg: Vereinfacht ausgedrückt: weil die Produktion per se viel billiger ist. Die Sonne ist kostenlos, Wind auch. Das heißt, man braucht keine Rohstoffe zukaufen und anliefern, die Transportkosten fallen gänzlich weg. Es bedarf keines Abbaus und keiner Raffinerien, es entsteht außerdem kein Abfall, den man irgendwie entsorgen müsste. Hinzu kommt, dass es inzwischen auch um ein Vielfaches günstiger ist, etwa PV-Anlagen zu bauen als irgendein anderes Kraftwerk. Das führt dazu, dass die Photovoltaik (PV) heute überhaupt die günstigste Form der Stromerzeugung ist.

Abgesehen vom Kostenfaktor: Was haben Erneuerbare außerdem für Vorteile?

Ferdinand Trauttenberg: Wo soll ich da anfangen (schmunzelt)? Dass sie keine Schadstoffe bei der Stromproduktion produzieren, liegt auf der Hand. Doch sie sind außerdem Biotope für Tiere. Die Diversität in Photovoltaikanlagen ist gewaltig, Tier- und Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind, siedeln sich in diesen geschützten Arealen an. Bienen können hier genauso ihren Honig produzieren, wie man Beeren ernten kann. Hinzu kommt, dass die Anlagen keinen Lärm produzieren und einfach zu warten sind. Das heißt, es braucht nur wenig Personal, das die Anlage zudem völlig risikolos betreibt. Überspitzt formuliert: Es fällt kein radioaktiver Müll oder dergleichen an. Vor allem aber schafft der Energiegewinn aus Sonne keinerlei Abhängigkeiten, diese „Stoffe“ sind einfach überall zu finden.

Aber gerade, wenn wir von Photovoltaik-Freiflächen reden: Die sind nicht ganz so hünsch, sagen manche …

Ferdinand Trauttenberg: Völliger Blödsinn. Man kann diese Flächen sogar sehr leicht tarnen, sie sind viel niedriger als Hochhäuser, Einkaufszentren, Lagerhallen oder andere Gebäude. Aber gehen wir einfach 30 Jahre zurück. Da haben wir halt ein riesiges kalorisches Kraftwerk hingestellt. Das war überhaupt kein Thema, aber viel hässlicher. Oder: Sind Lagerhallen ein Problem? Autobahnen? Nur unsere Zukuftsenergie ist immer gleich „hässlich“. Dabei versiegeln wir nicht einmal Boden, so eine Anlage lässt sich einfach rückstandslos entfernen. Zudem werden PV-Anlagen hauptsächlich auf Grundstücken errichtet, die anders nicht mehr nutzbar sind und deren Böden sonst brach liegen würden. So aber kann die Fläche genutzt werden, um – wie vorhin erwähnt – die Biodiversität zu erhöhen! Ich glaube: Wenn einmal die ersten, neuen und nachhaltigeren Photovoltaik-Freiflächenprojekte in Österreich stehen, wird alles einfacher werden. Dann sehen die Menschen, dass das alles kein Problem darstellt, aber eine große Wirkung hat.

Ferdinand Trauttenberg
Freiflächenanlagen entpuppen sich als Hotspot für bestäubungsfreundliche Pflanzen. Sprich: Kleine Bienen fühlen sich inmitten eines Solarparks sehr wohl.

Und wie will Enery jetzt grünen Strom in Österreich verfügbar machen?

Ferdinand Trauttenberg: Das ist im Grunde recht einfach: Wir produzieren bereits sehr viele grünen Strom. Und wir produzieren ihn auch regional. Aber eben nicht in Österreich, sondern direkt neben Österreich, in Tschechien etwa oder der Slowakei. Diesen Strom können wir den Menschen in Österreich kostengünstig bereitstellen. Und wer jetzt sagt, das ist nicht regionaler Strom, weil er nicht bei uns erzeugt wird, dem halte ich gerne entgegen, dass Regionalität nichts mit politischen Grenzen zu tun hat, sondern mit einer logischen Nähe. Das gilt übrigens beim Essen genauso: Wenn ich Meeresfisch in Kärnten kaufe, der in Triest gefischt wurde, dann ist der genauso regional – obwohl er nicht in Österreich gefangen wurde.

Bleiben wir bei den Kosten und beim Thema günstiger Strom: Wie viel billiger könnt ihr Strom nun anbieten?

Ferdinand Trauttenberg: Wenn jemand für einen gewissen Zeitraum Strom fix von uns abnimmt, können wir aktuell mindestens 50 % billiger anbieten, als wenn der Industriebetrieb am Großhandelsmarkt kurzfristig Strom zukaufen muss. Das ist bei den aktuellen Strompreisen schon richtig viel und eine richtig große Spanne, vor allem für die produzierende Industrie wird der Hebel da enorm. Und eines kann ich dazu auch gleich verraten, ohne Hellseher sein zu müssen: In Anbetracht der aktuellen Situation wird diese Spanne noch um einiges höher werden!

Deshalb habt ihr in den vergangenen Wochen intensiv an drei Modellen gearbeitet, damit sich am Ende jede*r Stromverbraucher*in bei euch wiederfindet. Wie sehen diese aus?

Ferdinand Trauttenberg: Enery deckt die gesamte Wertschöpfungskette von der Entwicklung bis zur Stromlieferung intern ab. Daher sind wir für Gewerbe- und Industriekund*innen ein kompetenter Partner, ein One-Stop-Shop, der eine Reihe von Vorteilen zu bieten hat:

  • langfristig gesicherter und günstiger Strompreis aus erneuerbarer Erzeugung
  • Einsparung bei den Netzkosten durch lokale Eigenproduktion
  • positiver ESG-Beitrag und CO2-Reduktion durch die Produktion von eigenem Sonnenstrom
  • keine eigene Investition notwendig
  • profitable Nutzung ungenützter Dach- oder Freiflächen
  • Industriebetrieb kann sich weiter auf sein Kerngeschäft konzentrieren
  • Das gesamte Risiko und die Entwicklung liegt bei Enery.

All diese Vorteile sind mit jedem der drei von uns entwickelten Modellen zu erreichen.

Die drei Enery-Modelle:

Modell 1: 

Direkte Stromlieferung von Dach- oder Freiflächenanlage (onsite contracting).

Wir errichten die Anlage auf Ihrem Gebäude oder Grundstück auf eigene Kosten und liefern sauberen Strom über eine Direktleitung zu einem Fixpreis für eine Laufzeit von 15 bis 20 Jahren. (Details hier)

Modell 2:

Offsite-PV-Anlage & Stromliefervertrag (behind the meter).

Wir errichten die Anlage auf einem Grundstück oder Gebäude in unmittelbarer Umgebung auf eigene Kosten und liefern den Strom über eine Direktleitung zu einem Fixpreis für eine Laufzeit von 15 bis 20 Jahren. (Details hier)

Modell 3:
Stromliefervertrag (PPA).


Wir bieten langfristige, bilaterale Stromlieferverträge für Grünstrom aus unseren bereits bestehenden PV-Kraftwerken an. (Details hier)

✅ INTERVIEW: Johannes Stühlinger
✅ FOTOS: ENERY; UNSPLASH/Hansjörg Keller
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