Solarer Reinigungsroboter sorgt für echt saubere Stromerzeugung

Verunreinigungen auf Solarmodulen können den Stromertrag um bis zu 30 % vermindern. Umso wichtiger ist es, die effektiven Anlagen regelmäßig zu reinigen. Der innovative Reinigungsroboter des indischen Start-ups Solavio könnte diese Arbeit in Zukunft übernehmen.

Heimkommen und sich nicht um lästige Hausarbeiten kümmern, sondern einfach nur die Füße hochlegen und in der blitzsauberen Wohnung entspannen – mit vollautomatisierten Staubsaugerrobotern kein Problem. Völlig selbstständig huschen die praktischen Haushaltshilfen durch die eigenen vier Wände, wischen und saugen dabei auch noch den Boden. Nun scheinen die cleveren Roboter auch die Solarbranche zu erobern. Das im indischen Coimbatore ansässige Start-up Solavio entwickelte einen Reinigungsroboter für moderne Photovoltaikanlagen – den sogenannten Solarpaneel-Reinigungs-BOT. Dieser solare Reinigungsroboter soll – trara! – völlig autonom Solarmodule von Schmutz und Staub befreien.

Verunreinigungen sorgen für weniger Grünstrom

Der innovative Saubermacher soll aber nicht nur für blitzblanke Solaranlagen, sondern auch für eine Erhöhung der Stromausbeute sorgen. Denn Fachkräfte sind sich längst einig, dass sich Verunreinigungen auf den Modulen spürbar auf deren Leistungsfähigkeit auswirken. Aufgrund von Ablagerungen auf Moduloberflächen kommt es zu einer geminderten Lichtkopplung. Kurz und knapp: Staub und Schmutz verwehren den Sonnenstrahlen quasi den Zugang zu den Solarzellen.

Regelmäßige Reinigungsarbeiten sind daher ein Muss. Genauer gesagt, sollten Moduloberflächen je nach Verschmutzungsgrad mindestens einmal pro Jahr gereinigt werden. Das Problem: Arbeiten auf den Solaranlagen sind nicht gerade ungefährlich, ressourcenschonend oder billig. Eine Reinigung muss daher immer von Fachleuten durchgeführt werden. Doch damit soll nun Schluss sein. Denn das vollautomatisierte Reinigungssystem von Solavio soll eine einfachere und nachhaltigere Alternative zu herkömmlichen Lösungen darstellen. Mit ihr sollen tatsächlich „mehr als 200.000 Liter Wasser pro Megawatt pro Jahr gespart werden“, wie es von Seiten des Start-ups heißt.

Leicht, robust und kompatibel

Der Bot von Solavio ist also der Superstar unter den intelligenten Reinigern. Der solare Reinigungsroboter ist dank seines cleveren Designs jedenfalls mit fast allen Modul- und Montagestrukturen kompatibel. Sprich:  Er ist sowohl für Aufdach- als auch für Freiflächeninstallationen geeignet. Zudem ist er laut Angaben des Entwicklerteams fast 30 % leichter als vergleichbare Bots auf dem Markt.

Die Reinigungsbürsten des Bots sorgen für eine maximale Reinigungseffizienz von mindestens 99,6 %. Und das freilich, ohne die sensiblen Moduloberflächen zu beschädigen, denn patentierte, UV-beständige Borsten in den Reinigungsbürsten sorgen für einen schonenden Reinigungsprozess. Das Beste: Ein Bot wird gleich für mehrere Modulreihen eingesetzt. Mithilfe dieses sogenannten SHAREABLE-Roboterkonzepts ist der Wechsel zur Roboterreinigung im Gegensatz zur Konkurrenz, die nur einen Bot pro Reihe anbietet, daher deutlich preisgünstiger.

Ein Bot für jedes Wetter

Der solare Reinigungsroboter reinigt entweder völlig trocken oder mit Wasser – je nachdem, wie es die Struktur der Module zulässt. Zudem arbeitet der clevere Reiniger auch bei extremen Klimabedingungen. Sprich: Er reinigt zuverlässig, ob es nun extrem heiß, trocken, kalt oder feucht ist. Doch wie kann es sein, dass ein Bot nicht einfach von den Modulen fällt?

Echt clever!

Solavio nutzt Künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen und optimierte Bildverarbeitung, um die Reinigung von Solaranlagen in Zukunft noch effektiver und einfacher gestalten zu können. Der Roboter ist mit KI-gesteuerten Kameras ausgestattet. Diese erkennen die Kanten der Paneele und können so wiederum sicherstellen, dass der solare Reinigungsroboter während der Reinigungsphase nicht von den Modulen fällt.

Das indische Start-up geht aber noch einen Schritt weiter: Mithilfe des technischen Fortschritts will das Team weiterhin innovative Produkte entwickeln, die weit über die Reinigung von Sonnenkollektoren hinausgehen. Die Rede ist hier etwa von eigenen Bots zur Sicherung der Anlage. Dieses Vorhaben ist aber noch längst nicht in trockenen Tüchern.

Vielversprechende Zukunft

Bereits in kurzer Zeit konnte das Start-up schon viele andere Erfolge einfahren. Das Reinigungssystem von Solavio wurde in das dreimonatige Weiterentwicklungsprogramm der Energia Ventures in Kanada aufgenommen. Neben Mentoring-Programmen und Unternehmensunterstützung erhalten alle Teilnehmer*innen Finanzmittel aus dem New Brunswick Innovation Fund. „Mit der Aufnahme von Solavio in das Energia Ventures Accelerator-Programm wird das Unternehmen seine Aktivitäten auf den nordamerikanischen Kontinent ausweiten“, so Suraj Mohan, CEO von Solavio Labs.

Damit nicht genug: Das Start-up wurde auch noch in zwei weitere Förderprogramme integriert. „Dies bedeutet auch, dass Solavio nun das erste PV-fokussierte Clean-Tech-Start-up ist, das in drei Ländern (Indien, VAE und Kanada) im Rahmen von Förderprogrammen inkubiert wird“, bestätigt Mohan. Ginge es nach dem Unternehmen, sollen in einigen Jahren Solarmodule nur noch gemeinsam mit den Reinigungsbots verkauft werden – als solares All-in-one-Paket sozusagen. Eine echt saubere Sache!

✅ TEXT: SANDRA RAINER
✅ FOTOS: UNSPLASH / Anders Jacobsen
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