Sonnige Aussichten: Photovoltaik schafft neue Arbeitsplätze

Endlich gute Nachrichten für den krisenbedingt strapazierten Arbeitsmarkt: Laut einer Greenpeace-Studie könnte die sonnige Welt der Photovoltaik bis 2030 für unglaubliche 200.000 neue Arbeitsplätze sorgen.

Die Corona-Krise hat Österreichs Wirtschaft noch immer fest im Griff. Vor allem die Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt bereitet vielen große Sorgen, denn unzähligen Österreicher*innen kostete die globale Krise nicht nur Nerven, sondern eben auch den Job. Und ein Blick in die Zukunft sorgt nur bedingt für Beruhigung. Die heimische Wirtschaft könnte nämlich noch Jahre brauchen, bis sie sich wieder vollständig von den Corona-Strapazen erholt hat. Dennoch gibt es einen Wirtschaftszweig, der für gute Nachrichten sorgt: die Photovoltaik. Sie ist sozusagen das (Sonnen-)Licht am Ende des Tunnels. Das lässt zumindest die aktuelle Studie von Greenpeace hoffen.

Diese gibt Auskunft über Österreichs Energiezukunft. Und eines vorweg: Es geht mit Vollgas Richtung Photovoltaik. Die saubere Sonnenstromerzeugung soll nämlich nicht nur das Klima retten, sondern auch die österreichische Arbeitswelt. Denn das Potenzial für neue Arbeitsplätze ist in der Solarbranche einfach riesig. Doch um den sonnigen Arbeitsmarktmotor starten zu können, muss noch an einigen Schrauben gedreht werden. Nur ein massiver Ausbau der PV-Branche sorgt auch für eine steigende Nachfrage nach PV-Arbeiter*innen.

„Grüner“ Wiederaufbau nach der Krise

Dass sich die Krise maßgeblich auf die heimische Wirtschaft auswirkt, ist wohl den meisten bereits bekannt. Gerade deswegen ist es unglaublich wichtig, für eine sichere Zukunft zu sorgen. Und zwar schnell. Denn nur mit einem gut durchdachten Konjunkturprogramm kann gegen die coronabedingte Rezession angekämpft werden. Und dieses wird nicht nur wirksame, sondern auch grüne Maßnahmen beinhalten. Solch ein sauberes Konzept klingt ziemlich vielversprechend. Schließlich ist die PV die in puncto Wachstums- und Zukunftspotenzial stärkste Branche. Sie belebt nicht nur die Umwelt, sondern auch den Wirtschaftsstandort Österreich.

Doch wie können nun so viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden? Dazu eine kurze Energieauffrischung: Österreichs Stromversorgung sollte bis 2030 komplett sauber erfolgen. Dafür muss die installierte PV-Leistung bis dahin verzehnfacht werden. Ein ziemlich ehrgeiziges Vorhaben. Ohne genügend fleißige Arbeiter*innen wird das nicht möglich sein. Also muss der grüne Job-Turbo angeschmissen werden.

200.000 neue Arbeitsplätze dank Photovoltaik

Laut Greenpeace-Studie werden allein für den Ausbau der Photovoltaik 200.000 neue Jobs in Österreich generiert. Vera Immitzer, Geschäftsführerin des PVA, verdeutlicht den notwendigen Bedarf an Arbeiter*innen: „Für den notwendigen PV-Zubau wird alle drei Minuten eine PV-Anlage errichtet werden müssen.“ Der sonnige Ausbau geht also nur mit einer gewaltigen Aufstockung des dazugehörigen Personals einher.

Eines ist aber jetzt schon sicher: Dieser steigende Bedarf an Facharbeiter*innen kann die aktuell angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt ein wenig auflockern. Ausruhen ist aber nicht angesagt.

Größere Anlagen lassen noch ein wenig auf sich warten

Die größte Entwicklungschance wird in den nächsten Jahren den PV-Anlagen im Kleinanlagenbereich zugeschrieben. Diese können rasch installiert und für sofortige Wertschöpfung sorgen. Anders sieht es da bei den größeren Anlagen aus.

Diesen haben derzeit noch mit so einigen Stolperfallen zu kämpfen. Administrative Hürden verhindern einen zügigen Ausbau. Deshalb müssen jene so schnell wie möglich aus dem Weg geschaffen werden. Dafür könnte das Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG) sorgen. Schließlich ist jede Anlage ein richtiger Schritt in die klimaneutrale Zukunft.

Neue Arbeitsplätze mit sonnigen Aussichten

Mithilfe genügend sonnengieriger Arbeiter*innen rückt die Energiewende dann tatsächlich immer näher. Eines sei dabei gesagt: Die Solarbranche kann mit purer Vielfalt punkten. Und das nicht nur wegen der unterschiedlichen PV-Modelle. Auch die Aufgabenfelder in der sonnigen Arbeitswelt sind breit gefächert. Es gibt Jobs in den Bereichen Forschung und Entwicklung, in der Fertigung und in der Installation sowie auch im kaufmännischen Sektor.

Besonders gefragt sind Monteur*innen, Dachdecker*innen, Installateur*innen und Elektrotechniker*innen. Diese können mit der richtigen Weiterbildung ganz einfach in die Welt der Sonnenenergie einsteigen. Und dafür wird bereits gesorgt: Mit dem neuen Kurs „Fachgerechte mechanische Photovoltaikmontage“ geht der Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA) schon jetzt auf Fachkräftefang.

Technisches Verständnis ist für fast alle sonnigen Berufsfelder Grundvoraussetzung. Wer gerne PV-Module montieren möchte, sollte bestenfalls auch schwindelfrei sein, schließlich erfolgt die Montage der Anlagen oft in schwindelerregender Höhe.

Für die Solarbranche ergibt sich in den nächsten Jahren also ein hoher Bedarf an Arbeitskräften. Gute Aussichten in solch einer aussichtlos scheinenden Situation. Deshalb ist die Investition in eine nachhaltige Zukunft für unsere Wirtschaft so wichtig.

✅ TEXT: SANDRA RAINER
✅ FOTOS: ISTOCK | DIYANA DIMITROVA
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